Tourismus mit Augenmaß
Im Naturpark haben sich zeit seines Bestehens die sozialen und wirtschaftlichen Strukturen weitgehend erhalten. Das Gebiet blieb glücklicherweise von landschaftsfressenden Großprojekten wie Industrieanlagen, Verkehrswegen und Feriensiedlungen verschont. Bäuerliche Familienbetriebe betätigen sich bis heute als vorbildliche Pfleger der Landschaft. Vielen hat der Tourismus geholfen, ihre wirtschaftliche Existenz zu sichern.
Die Fremdenverkehrswirtschaft hat erkannt, ihr unersetzbares Kapital ist die intakte, abwechslungsreiche Landschaft und Tourismus kann auf Dauer nur im Einklang mit der Natur bestehen. Dieser Maxime ist ein eher höherer Stellenwert beizumessen als bei seiner Unterzeichnung in 1965 zur "Gründung einer Trägerorganisation".
Es gibt gute Beispiele, wie ohne Identitätsverlust für Landschaft und Bevölkerung die Attraktivität des Erholungsraumes gesteigert werden kann.
Auf einem Jugendzeltplatz am Diemelsee fühlen sich junge Leute in freier Natur ungezwungen wohl. Eislaufhalle und Lagunen-Erlebnisbad in Willingen garantieren Urlaubsfreude auch bei schlechtem Wetter. Im "Haus der Natur" sollen ökologische Zusammenhänge, auf die Naturparklandschaft bezogen, erklärt und der Besucher angeregt werden, behutsam mit der Natur umzugehen. In den mittelalterlichen Stadtkernen von Brilon, Korbach und Marsberg gibt es manch romantischen Winkel zu entdecken. Besucherbergwerke in Adorf, Willingen und Marsberg ermöglichen einen Ausflug unter Tage. Ein flächendeckendes Netz gut markierter Wege lädt ein zu kurzen Spaziergängen oder längeren Wanderungen. Es gibt viel zu entdecken im Naturpark Diemelsee, ob über oder unter der Erdoberfläche.
Der Naturpark Diemelsee
liegt im äußersten Nordwesten Hessens und ragt mit einem Drittel seiner Fläche in das angrenzende Bundesland Nordrhein-Westfalen hinein.
Er ist Teil des Rothaargebirges, besser bekannt unter dem Namen Sauerland.
Seine höchsten Erhebungen sind der Langenberg und der Hegekopf, beide 843 m hoch. Im Osten und Südosten grenzt der Naturpark Diemelsee an die Waldecker Ebene, im Norden und Nordwesten an die Paderborner Hochfläche und den Arnsberger Wald. Ihn durchfließen die Diemel und die Aar, ein nördlicher Zufluss der Eder.














